Studierende, junge Berufstätige oder auch Ausländer: Um in der Schweiz eine günstigere Wohnung zu finden, ist es besser, sich für eine Wohngemeinschaft (WG) zu entscheiden:
- Günstiger, praktischer, aber auch geselliger diese Lösung bietet im Vergleich zu einer Einzelwohnung zahlreiche Vorteile.
- Um mit mehreren Personen zusammenzuwohnen, ist es jedoch notwendig, das schweizerische Mietrecht zu beachten und sich für einen Einzel- oder Mehrpersonenvertrag zu entscheiden.
- Wie findet man eine Wohngemeinschaft (WG) in der Schweiz? Wie bereitet man seine Bewerbungsunterlagen vor? Wir beantworten Ihre Fragen.
Warum sich für das Leben in einer Wohngemeinschaft entscheiden?
Zunächst einmal reagiert die Wohngemeinschaft auf drei zentrale Herausforderungen: die hohen Wohnkosten, die starke Nachfrage in den Grossstädten, aber auch den Wunsch, gemeinschaftlich zu leben.
Besonders hohe Immobilienpreise
Das ist keine Überraschung: Der schweizerische Immobilienmarkt gehört zu den teuersten Europas. In Zürich oder Genf muss man oft mehrere tausend Franken für eine Einzimmerwohnung rechnen, ein Budget, das alleine schwer zu tragen ist.
Angesichts dieser Mieten erscheint die Wohngemeinschaft als wirksames Mittel zur Senkung der Wohnkosten: Durch das Teilen einer Wohnung oder eines Hauses übernimmt jede Mitbewohnerin und jeder Mitbewohner einen Teil der Miete, was das Wohnbudget deutlich erschwinglicher macht.
Dem Wohnungsmangel in den Stadtzentren entgegenwirken
In Zürich, Genf oder auch Lausanne kann das Mietangebot die Nachfrage kaum decken. Die verfügbaren Wohnungen sind sehr schnell vergeben, und es ist oft sehr schwierig, alleine eine passende Wohnung zu finden.
Die Wohngemeinschaft ermöglicht daher einen leichteren Zugang zu Wohnraum angesichts dieser starken Nachfrage und bietet in der Regel mehr Flexibilität als eine Einzelmiete.
Soziale Bindungen schaffen und in einer Gemeinschaft leben
Über den wirtschaftlichen Aspekt hinaus entspricht die Wohngemeinschaft einem zunehmend ausgeprägten Bedürfnis nach Gemeinschaft.
Für Studierende, Expats oder Neuankömmlinge ist das Zusammenwohnen eine Gelegenheit, Menschen kennenzulernen, Ideen auszutauschen, eine Sprache zu praktizieren (Französisch, Deutsch, Englisch, je nach Zusammensetzung) und sich schneller zu integrieren.
Welcher rechtliche Rahmen gilt für Wohngemeinschaften?
Das schweizerische Mietrecht regelt die vertraglichen Beziehungen strikt, was eine sorgfältige Prüfung der Art des Mietvertrags, der Kündigungsfristen und der geltenden Regeln für Mietkautionen erforderlich macht.
Die verschiedenen Mietmodelle für Wohngemeinschaften
In der Schweiz kann eine Wohngemeinschaft auf zwei Arten von Verträgen beruhen:
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Ein einziger Mietvertrag: Alle Mitbewohner unterzeichnen denselben Vertrag. In diesem Fall haften alle solidarisch für die gesamte Miete und die Verpflichtungen. Das bedeutet, dass die anderen haften, wenn eine Person nicht zahlt.
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Mehrere Mietverträge: Ein separater Vertrag pro Zimmer oder Person, um die individuellen Verantwortlichkeiten zu begrenzen. Jede Person zahlt ihre eigene Miete, ihre Kaution und kann gemäss den Bedingungen ihres Vertrags kündigen.
Kündigungsregeln
Bei einem gemeinsamen Mietvertrag muss die Kündigung von allen Mitbewohnern unterzeichnet werden, wodurch sie gemeinsam für die finanziellen Verpflichtungen haften. Möchte eine Person früher ausziehen, muss sie eine zahlungsfähige und vom Vermieter akzeptierte Ersatzperson vorschlagen, um vor Vertragsende aus den Verpflichtungen entlassen zu werden.
Bei mehreren Mietverträgen hingegen kann jede Person ihren Teil des Vertrags individuell unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen, was die Verwaltung von Auszügen erleichtert.
Mietkaution
Zur Erinnerung: Die meisten Mietverträge auch bei Wohngemeinschaften, verlangen eine Mietkaution. Diese kann in Form eines gesperrten Kontos oder einer Versicherung geleistet werden.
Wird die Wohnung in gutem Zustand zurückgegeben, wird die Kaution zurückerstattet. In einer Wohngemeinschaft kann die Kaution je nach Vertrag gemeinsam oder individuell sein.
Wie findet man eine Wohngemeinschaft (WG) in der Schweiz?
Falls Sie es noch nicht wussten: Der Begriff WG wird auf Online-Suchplattformen (wie WGZimmer.ch) und in grossen Städten, auch in der Westschweiz (Genf, Lausanne), sehr häufig verwendet.
Unverzichtbare Plattformen
Um Ihre zukünftige Wohngemeinschaft zu finden, sollten Sie verschiedene Suchinstrumente nutzen, um den gesamten schweizerischen Markt abzudecken (sowohl die Romandie als auch die Deutschschweiz):
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Spezialisierte WG-Websites: Plattformen wie WGZimmer.ch sind speziell auf Wohngemeinschaften ausgerichtet und bieten Inserate für die ganze Schweiz.
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Immobilienportale: Grosse Immobilienanbieter wie dreamo.ch verfügen über spezielle Bereiche für WG-Zimmer.
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Soziale Netzwerke: Lokale Facebook-Gruppen (z. B. "Colocations Lausanne", "WG Zürich") sind sehr aktiv, insbesondere für Studierende und junge Berufstätige.
Unser Tipp: Verwenden Sie in Ihren Suchanfragen ruhig deutsche Begriffe (WG, Wohngemeinschaft) oder lokale Begriffe (Chambre à louer).
Eine gute Bewerbungsmappe vorbereiten
Die Qualität Ihrer Unterlagen ist oft der entscheidende Faktor. Vermieter verlangen in der Regel maximale Sicherheiten:
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Betreibungsauszug: Das wichtigste Dokument Ihrer Bewerbung, da es Ihre Zahlungsfähigkeit bestätigt und zeigt, dass keine offenen Schulden bestehen. Ohne dieses Dokument wird die Bewerbung oft abgelehnt.
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Einkommens- oder Bonitätsnachweise: Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen oder eine Stipendien- bzw. elterliche Garantie für Studierende.
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Ausweis- und Aufenthaltsdokumente: Kopie von Pass oder Identitätskarte sowie (bei Ausländern) des Aufenthaltsbewilligungsausweises B oder C.
Das WG-Gespräch erfolgreich meistern
Neben den Unterlagen legen Vermieter oder Mitbewohner grossen Wert auf Persönlichkeit, Kompatibilität und gutes Zusammenleben.
Die Besichtigung oder das Gespräch ist daher die Gelegenheit, sich positiv zu präsentieren, pünktlich, respektvoll und transparent bezüglich der eigenen Gewohnheiten zu sein. Dies ist oft ein entscheidendes Kriterium, da eine Wohngemeinschaft ebenso sehr auf menschlichem Vertrauen wie auf dem Vertrag beruht.
Die tatsächlichen Kosten einer Wohngemeinschaft: welches Budget einplanen?
Durchschnittspreise für Wohngemeinschaften nach Stadt
Es ist kein Geheimnis mehr: Eine Wohngemeinschaft ist deutlich günstiger als eine Einzelwohnung. Hier eine ungefähre Preisspanne für ein WG-Zimmer in den wichtigsten schweizerischen Stadtzentren (Miete ohne Nebenkosten):
| Stadt | Durchschnittliche Nettomiete pro Zimmer (CHF/Monat) | Kommentar |
| Zürich / Genf | 800 bis 1.400+ CHF |
Die teuersten Städte; die Preise variieren stark je nach Nähe zum Stadtzentrum. |
| Lausanne / Basel | 700 bis 1.100 CHF |
Sehr angespannte Märkte; die studentische Nachfrage hält die Preise hoch. |
| Bern / Freiburg | 600 bis 950 CHF |
In der Regel günstiger, insbesondere in etwas ausserhalb gelegenen Quartieren. |
Gut zu wissen: Der durchschnittliche Preis für ein WG-Zimmer entspricht in der Regel 40 bis 50 % der Kosten eines Studios oder einer kleinen Zweizimmerwohnung in derselben Gegend.
Zusätzliche Kosten, die nicht vergessen werden sollten
Die Nettomiete ist nur ein Teil des Budgets. Es müssen feste monatliche Ausgaben eingeplant werden, die oft unter den Mitbewohnern aufgeteilt werden:
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Nebenkosten: Diese Kosten (Heizung, Warmwasser, Strom, Reinigung der Gemeinschaftsflächen) sind häufig in der Miete als inkl. Nebenkosten enthalten. Rechnen Sie im Gesamtbudget mit 150 bis 250 CHF pro Monat und Person.
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Medienabgabe (Serafe): Dies ist die obligatorische Abgabe für den Radio- und Fernsehempfang in der Schweiz, die pro Haushalt (nicht pro Person) erhoben wird. Sie beträgt etwa 335 CHF pro Jahr, also rund 28 CHF pro Monat, die unter allen Mitbewohnern aufzuteilen sind.
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Unverzichtbare Versicherungen: Dazu gehören insbesondere die private Haftpflichtversicherung (zwischen 80 und 150 CHF pro Jahr) sowie die Hausratversicherung.
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